// Florida #5 // Ein abschließendes (kritisches) Fazit.
Das ist der letzte Post mit Bildern aus Florida und ich versuche mal irgendwie ein abschließendes Résumé über diesen Urlaub zu verfassen. Wo fange ich da am Besten an. Ahja, am besten mit der Anreise. Ich sage euch, ich habe das mit dem Jetlag wirklich unterschätzt. Der Flug war anstrengend und dann noch die Zeitverschiebung, all das hat mich ganz schön umgehauen. Fazit: Man sollte sich Zeit zum entspannen nehmen, nicht direkt die ersten Tage mit Aktivitäten verplanen, erstmal ankommen. Krankheiten schon vorher vorbeugen und am Besten Medizin aus Deutschland mitnehmen. Die freiverkäuflichen Medikamente in Amerika sind ein Witz und ein Arzt zieht einem als Urlauber auch nur unnötig das Geld aus der Tasche. Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich mich sicher nicht 2 Wochen mit meiner Erkältung rumgeschlagen.Ohne Auto ist man aufgeschmissen. Sollte man nicht die Möglichkeit haben ein Auto zu mieten, sollte man sich eine Amerika Reise lieber 2x überlegen. Nicht unabhängig zu sein hat mich in Amerika wirklich mit am meisten gestört. Als jemand, der gerne mit öffentlichen Verkehrsmitteln reist, ist man in Florida wirklich hilflos. Taxis sind teuer, Busse fahren teilweise nur 1x pro Stunde, damit ist man wirklich nicht sehr mobil. Von den fehlenden Gehwegen hatte ich ja schon mal erzählt...
Shoppen kann man in Florida gut, Essen gehen auch und sich an den Strand legen. Für jemanden wie mich, der sich für Geschichte, Architektur, Design und Kunst interessiert hatte dieses Fleckchen Erde wirklich nicht viel zu bieten. Das klingt jetzt hart, aber nach 2 Wochen waren meine Augen einfach müde. Alles sieht dort gleich aus, es gibt so gut wie keine (architektonische) Vielfalt, geschweige denn anspruchsvolle Architektur. Jedes Haus hat den gleichen Aufbau, bloß eine andere Farbe und manches wirkte auf mich einfach lieblos und deplatziert. Genauso ist es leider auch mit der amerikanischen Mentalität. Nach 2 Wochen in denen mich wirklich jeder ununterbrochen und andauernd gefragt hat "How you doin'?" "Do you need anything?" "How are you?" "Everything allright?", war ich dieses oberflächliche Geplapper wirklich leid.
All das ist meine subjektive Meinung, und diese möchte ich auch auf gar keinen Fall verallgemeinern. Sicher ist das nicht in ganz Amerika so, aber in diesem Gebiet rund um Miami, habe ich es einfach so empfunden. Ich möchte mich gerne eines besseren belehren lassen und freue mich trotz allem auf eine nächste Reise nach Amerika. Mir schwebt da so eine größere Metropole vor, zum Beispiel New York oder San Francisco. Florida und Miami einmal gesehen zu haben ist schon okay, aber mein Lieblingsort auf der Welt wird es nicht und nochmal muss ich da jetzt auch nicht hin. Für mich versprühen europäische Städte einfach so viel mehr Charme. Wenn ich da an unsere Reisen nach Rom, Stockholm oder London zurück denke, dann sind das einfach 2 völlig verschiedene paar Schuhe. Amerika und Europa, einfach nicht miteinander zu vergleichen. Nach dieser Reise habe ich für mich festgestellt das ich noch viel mehr von Europa sehen will. Orte und Städte an denen ich noch nicht war, wie Dublin, Prag oder Kopenhagen. Orte mit Geschichte, Orte mit Seele und mit Leidenschaft. All das habe ich in Amerika wirklich vermisst und ich freue mich umso mehr das diese tollen Orte quasi direkt vor meiner Haustür liegen. Es gibt keine Hürden, wie das fehlende Auto oder mangelnde Infrastruktur. Kurzum: Ich liebe Europa.
Für euch klingt das jetzt wahrscheinlich total negativ und ihr fragt euch sicher ob ich noch ganz dicht bin :D Ja klar, natürlich war es ein toller Urlaub, wir haben viel erlebt, neue Dinge kennengelernt und viel Spaß gehabt. Aber irgendwie habe ich das Gefühl das viele der Dinge die wir dort gemacht haben, nichts dauerhaftes sind. Essen gehen, shoppen, am Strand liegen, all das macht Spaß, aber irgendwie sind das nur oberflächliche Dinge, die man vielleicht schon bald wieder vergessen hat. Wohingegen mich Orte wie Rom, mit seiner Geschichte, dem Colloseum, dem Trevi Brunnen und dem Vatikan soviel mehr geprägt und beeindruckt haben, das ich diese Erinnerungen sicher niemals mehr vergessen werde.
Ich hoffe ihr könnt mich ein bisschen verstehen und haltet mich nicht für völlig daneben, nachdem ihr das hier gelesen habt. Sicher gibt es viele die das jetzt ganz anders sehen, oder vielleicht auch ähnlich, ich weiß es nicht. Jedenfalls ist das mein Eindruck denn ich gewonnen habe und den wollte ich auch gerne mit euch teilen, auch wenn er vielleicht etwas kritisch ist und nicht nur schön.
Trotzdem würde ich mich natürlich auch freuen eure Meinung zu dem Thema zu hören. Wart ihr schon mal in Amerika und wenn ja wie waren eure Erlebnisse? Teilt ihr meine Meinung oder habt ihr ganz andere Erfahrungen gemacht? Ich freue mich auf eure Kommentare :)
Liebe Grüße eure Anne Mehr lesen... »







